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Deponiegas

Freiburg setzt auf Strom und Wärme aus Deponie- und Biogas

„Mit der neuen Lösung lassen sich pro Jahr 10.000 Tonnen CO2 einsparen – ein wichtiger Baustein zur Erreichung der Klimaschutzziele unserer Stadt.“  Dieter Salomon, Oberbürgermeister der Stadt Freiburg

Grüne Energie aus Vergärung und Deponiegas

 

Ein Methangehalt von mehr als 55 Prozent, so lautet die Grundvoraussetzung zur Strom- und Wärmegewinnung aus Deponiegas. Dass energetische Nutzung auch bei niedrigeren Werten machbar ist, beweist die Stadt Freiburg. In einem Gemeinschaftsprojekt werden dort Deponie- und Biogas gemischt – mit überzeugenden Ergebnissen.

 

Das Gas der Freiburger Deponie Eichelbuck wird seit fast 20 Jahren zur Strom- und Wärmeerzeugung eingesetzt. Jetzt stand die bewährte Lösung vor dem Aus, denn seit keine Abfälle mehr abgelagert werden, sank die Methankonzentration und damit auch der Brennwert des Gases. Um die regenerative Energiequelle zu erhalten, entwickelten die Freiburger Abfallwirtschaft (ASF), die badenova als örtlicher Energieversorger und REMONDIS ein Modell, das die Gasnutzung für mindestens zehn weitere Jahre sichert.

 

Kern des zukunftsgerichteten Konzepts ist die Anreicherung des Deponiegases: Ab September 2010 wird es mit Biogas vermischt, das aus einer Vergärungsanlage stammt, in der REMONDIS Bioabfall aus Freiburg und dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald verarbeitet. Den Transfer übernimmt eine Gasleitung. Sie verbindet das bestehende System mit der 1,5 Kilometer entfernten Biogasanlage.

 

Durch die Zumischung lässt sich das Deponiegas im Blockheizwerk der badenova ideal verwerten, was die energetische Nutzung von 21 auf 72 Prozent erhöht. Auch die Gasausbeute aus der Bioabfallvergärung profitiert. Aufgrund der vollständigeren Nutzung erreicht sie ebenfalls 72 Prozent.

 

Die badenova hat die Effizienz des neuen Verfahrens berechnet: Aus rund 2 Millionen Kubikmetern nutzbarem Deponiegas können im Jahr 2011 je 12.400 MWh Strom und Wärme gewonnen werden. Genug, um 4.900 Haushalte mit Strom und 1.200 Haushalte mit Wärme zu versorgen.

 

 

 

Hintergrund

Deponiegas:

Erneuerbare Energien tragen etwa 16 Prozent zum bundesdeutschen Strommix bei. Der Anteil des Deponiegases ist dabei relativ gering und wird, anders als bei anderen alternativen Energien, auch in Zukunft kaum zunehmen. Ursache hierfür ist das rückläufige Deponiegasaufkommen: Organische Stoffe dürfen in Deutschland nicht mehr deponiert werden, wodurch die Neubildung des methanhaltigen Gases unterbleibt. Aus Sicht des Klimaschutzes ist dies eine positive Entwicklung, denn das Treibhausgas Methan trägt erheblich zum Klimawandel bei. Deponiebetreiber sind daher verpflichtet, entstehendes Deponiegas zu erfassen und unschädlich zu machen. Im Idealfall wird es – so wie in Freiburg – zur Energiegewinnung genutzt. Mit zunehmender Ausgasung der Deponien und geringerem Methananteil ist das aber nicht mehr uneingeschränkt möglich. Die Ergänzung mit Biogas anderer Herkunft ist hier ein idealer Weg: Durch die Kopplung lässt sich das nutzbare Potenzial an Deponiegas nahezu vollständig ausschöpfen – effizient, klimafreundlich und ressourcenschonend.


 





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