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Kreislaufwirtschaft international
Neue Strukturen in der Türkei

Der Betrieb von Kläranlagen und Wasserwerken wird in der Türkei häufig durch private Dienstleister erbracht.
REMONDIS baut Aktivitäten weiter aus
In der Türkei stehen die Zeichen auf Veränderung: Mit Blick auf den EU-Beitritt orientiert sich das Land zunehmend am Rechtsstand der Europäischen Union. Um die Aufholprozesse zukunftsgerecht zu unterstützen, verstärkt REMONDIS das unternehmerische Engagement in der Wasser- und Kreislaufwirtschaft.
Bereits seit drei Jahren ist REMONDIS in der Türkei aktiv und konnte dabei in kurzer Zeit wesentliche Erfolge erzielen. Nun soll die vorhandene Basis entscheidend erweitert werden. Im Mittelpunkt steht der Ausbau von Dienstleistungen und Infrastrukturen, aber auch die stärkere Präsenz vor Ort.
Wasserwirtschaft in eigener Regie
Ein bedeutender Eckpfeiler der bisherigen Aktivitäten war REMONDIS Sistem Yapi, ein deutsch-türkisches Joint Venture. Anfang 2009 übernahm REMONDIS die Anteile des inländischen Anlagenbauers Sistem Yapi an der Gemeinschaftsgesellschaft, die somit nun vollständig zur Unternehmensgruppe gehört. Um den Wechsel zu unterstreichen, erhielt das nach wie vor nach türkischem Recht firmierende Unternehmen einen neuen Namen: REMONDIS Su ve Atiksu Tecnolojeri AS. „Su“ bedeutet im Türkischen „Wasser“, „Atiksu“ ist das Wort für „Abwasser“. Beides betont die besondere Kompetenz der Ländergesellschaft. Tätigkeitsschwerpunkt von REMONDIS Su ist derzeit die Betriebsführung von zehn wasserwirtschaftlichen Anlagen für vorrangig kommunale Auftraggeber. In der Türkei wird der Betrieb von Kläranlagen und Wasserwerken häufig durch private Dienstleister sichergestellt. Dies erfolgt bislang über zeitlich befristete Ausschreibungen, die dem türkischen Kommunalvergaberecht unterliegen.
Istanbul als gemeinsame Zentrale
Um auch den Bereich der Kreislaufwirtschaft weiter voranzubringen, wurde Mitte des Jahres eine separate Gesellschaft gegründet – die REMONDIS Atik. Die zwei Firmen haben gemeinsam neue Büroräume in zentraler Lage auf der asiatischen Seite Istanbuls bezogen. Von hier aus werden sämtliche Vertriebsaktivitäten gesteuert und wird der Betrieb der von REMONDIS betreuten Anlagen koordiniert und überwacht. Zu den laufenden Projekten zählen vornehmlich kommunale Kläranlagen. Sie haben Ausbaugrößen zwischen 15.000 und 1.550.000 Einwohnerwerten und arbeiten ausnahmslos nach dem Belebtschlammverfahren. Unter gezielter Ausnutzung der Stoffwechseltätigkeiten bestimmter Bakterienkulturen werden damit organische Kohlenstoff-, Stickstoff- und Phosphorverbindungen abgebaut.
Zusätzlich werden in privatem Auftrag eine Deponiesickerwasserbehandlung in Bursa sowie die Abwasserreinigungsanlage für eine zentral organisierte Industriezone in Antalya betrieben.
Wachstum mit internationalen Perspektiven
REMONDIS Su ist in der Türkei Marktführer, eine Position, die weiter ausgebaut werden soll. Über kommunale Betreibermodelle hinaus etabliert sich das Unternehmen demzufolge künftig zunehmend auch in der industriellen Wasserwirtschaft. Ein wesentlicher Punkt ist dabei das Stoffstrommanagement, mit dem feste Reststoffe aus der Abwasserreinigung einer Verwertung zugeführt werden. Diese Leistung ist in der Türkei bei gewerblichen Kunden sehr gefragt. Auf internationaler Ebene arbeitet REMONDIS Su kontinuierlich am Ausbau der Aktivitäten. Ziel ist, von Istanbul aus auch die Märkte angrenzender Länder zu bedienen und damit die geografische Expansion von REMONDIS Aqua zu forcieren. In Rumänien und Bulgarien sind schon erste Aktivitäten angelaufen. Die aufstrebenden Länder des Mittleren Ostens und Zentralasiens sowie Georgien, Armenien und Aserbaidschan könnten die nächsten Stationen sein. Denn ebenso wie in der Türkei gibt es auch in diesen Staaten noch viel zu tun.
