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Ungarn: Duale Systeme am Scheideweg

Mit Informationskampagnen fördert EKO-PUNKT das Umweltbewusstsein und die getrennte Abfallsammlung in Ungarn.

EKO-PUNKT Nonprofit Kft.: Steigerung um 500 Prozent innerhalb eines Jahres

 

Der Gesetzgeber muss entscheiden, ob sich der ungarische Markt für Systemanbieter in der Zukunft im freien Wettbewerb entwickeln kann. Bliebe die aktuelle Situation bestehen, so würde eine Weiterentwicklung im Bereich der Abfallverwertung grundsätzlich unmöglich gemacht. An der Bereitschaft der Unternehmen mangelt es jedenfalls nicht. Die von REMONDIS für die Koordinierung der Behandlung von Verpackungsabfällen gegründete EKO-PUNKT Nonprofit Kft. konnte in nur einem Jahr eine Mengensteigerung um 500  Prozent realisieren.

 

Die Vorbereitung der Regierungsverordnung über die Regelung der Tätigkeit der für die Abfallbehandlung zuständigen sogenannten Koordinierungsorganisationen trat im Herbst 2009 in die letzte Phase ein. Der ungarische Markt wartet seit langem auf die Schaffung einer verbindlichen Rechtsgrundlage für die Systemanbieter. Hinsichtlich des Inhalts vertreten jedoch sogar die betroffenen Organisationen sehr unterschiedliche Meinungen.

Der ungarische Markt für duale Systeme startete 2003 mit wenigen Teilnehmern, die das Feld jeweils nach Zuständigkeit für einen bestimmten Abfallstoff unter sich aufteilten. Gleichzeitig verlangsamte sich der Mengenzuwachs bei getrennt gesammelten Abfällen. Mit den in den vergangenen zwei Jahren neu gegründeten Gesellschaften belebte sich der Wettbewerb zunehmend. Die Zahl der Hersteller und Vertriebsgesellschaften wuchs. Analog dazu stieg die Menge des getrennt gesammelten und verwerteten Abfalls wieder an.

Die zurzeit wichtigste Frage ist, ob der Gesetzgeber den Wettbewerb unter den Systembetreibern erlaubt oder stattdessen die Tätigkeit der neuen Marktteilnehmer behindert und damit die Stagnation des Wiederverwertungsvolumens auf niedrigem Niveau festschreibt. Politische Vorgaben, die eine Mindestbeteiligung von 51 Prozent der Produktionsgesellschaft am Stammkapital eines neugegründeten Systembetreibers oder wahlweise auch Mindestmarktanteile und Mindestverwertungspreise vorschreiben, sind nicht nur kontraproduktiv, sie widersprechen allesamt den Gesetzen des freien Marktes und damit geltendem EU-Recht. Ziel der Entscheidungsfindung im Interesse Ungarns und Europas muss es sein, den fairen Wettbewerb zwischen den Systembetreibern zu gewährleisten, um die getrennte Sammlung und Verwertung von privaten Siedlungsabfällen zu fördern.

Die von REMONDIS für die Erfassung der in Ungarn anfallenden Verpackungsabfälle im Jahr 2007 gegründete EKO-PUNKT Kft. beweist derweil eindrücklich ihre Leistungsfähigkeit. EKO-PUNKT Kft. konnte bis heute bei Industrie, Handel und im Bereich der kommunalen Erfassung ihren Marktanteil mit Unterstützung der ungarischen Tochtergesellschaften von REMONDIS verfünffachen. Csilla Sztarinka, Geschäftsführerin von EKO-PUNKT Ungarn, sieht weiteres Wachstumspotenzial: „Unser wichtigstes Ziel ist es, die Wiederverwertungspflicht der uns angeschlossenen Inverkehrbringer von Verpackungen erfolgreich zu erfüllen. Für eine Mengensteigerung bei den lizenzierten Verpackungsabfällen spielt jedoch auch die Entwicklung der getrennten Sammlung durch Privathaushalte eine wichtige Rolle. In diesem Sinne startet die Gesellschaft noch dieses Jahr ihr eigenes Programm zur Förderung des Umweltbewusstseins. Als erster Schritt wird die getrennte Abfallsammlung mit einer Info-Kampagne und einem Gewinnspiel in den Supermärkten der Stadt Szolnok den Einwohnern nähergebracht. Bereits im nächsten Jahr soll die Aktion landesweit stattfinden.

 

 




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