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Altlastensanierung

Die Unterwasser-Reiniger

Mit der Unterwasser-Reinigung sollte der Gefahr einer Seeverschmutzung durch wasserlösliche Kohlenwasserstoff- Verbindungen nachhaltig begegnet werden.

REMEX befreit den Zürichsee von belasteten Schlämmen

Eine nicht alltägliche Sanierungsaufgabe lösten jetzt REMEX Conmin und Buchen AG in der Schweiz: Die Spezialisten beseitigten einen rund 7.000 Quadratmeter großen Teppich aus Teer vom Boden des Zürichsees. In einem speziell hierfür entwickelten Verfahren wurde der Teerschlamm mit Hilfe von Tauchern sowie Saug­vorrichtungen aus dem See geborgen und direkt am Ufer fachgerecht behandelt.

 

Der Zürichsee zählt zu den attraktivsten Gewässern der Alpen. Mit seiner Fläche von 88 Quadratkilometern ist er beliebtes Freizeitparadies und bedeutender Trinkwasserspeicher für die Region. Lange Zeit barg der See jedoch ein dunkles Geheimnis: Am Grund vor dem Strandbad der Gemeinde Thalwil lagerten größere Mengen an Teer. Schon in den Jahren 1898 bis 1930 waren sie als Produktionsrückstände eines ehemaligen Gaswerks über einen Kanal in den See gelangt.

 

 

Sanierung international ausgeschrieben
Fast durch Zufall wurde die Altlast entdeckt. Der Kanton Zürich beschloss, die in bis zu 30 Metern Seetiefe ruhenden Teerablagerungen entfernen zu lassen. Mit der Realisierung beauftragte er das Amt für

Behandlungsanlage am Ufer des Sees: Bei der Sanierung des Zürichsees kam die gesamte Leistungspalette der REMEX-Gruppe in der Schweiz und Deutschland zum Einsatz.

Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL). Als oberste Wasser- und Abfallbehörde des Kantons schrieb AWEL das heikle Projekt international aus. Den Zuschlag erhielt eine Arbeitsgemeinschaft, der neben REMEX und Buchen auch die unter anderem auf Wasserbau spezialisierte Schweizer Marti AG angehörte.

 

 


400 Tauchgänge in 99 Tagen
Mit der Sanierung sollten 95 Prozent der Altlast entfernt und ein Quellenstopp sollte sichergestellt werden. Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, setzte das Expertenteam ein ausgeklügeltes Verfahren um: Von einer schwimmenden Plattform aus wurde ein etwa 80 Quadratmeter großes Rechteck aus Schutzwänden auf den Seegrund abgesenkt und Fläche um Fläche über die belastete Seebodenregion bewegt.

Innerhalb der Absperrung saugten Arbeitstaucher von Marti mit Spezialgeräten den Seeboden mit den Teerablagerungen ab. In 99 Tagen und 400 Tauchgängen säuberten sie rund 7.000 Quadratmeter Seebodenfläche. Das Geviert aus Schutzwänden verhinderte dabei zuverlässig, dass Aufwirbelungen und Schwebstoffe in das umliegende Seewasser gelangten. Für zusätzliche Sicherheit sorgten Ölsperren an der Wasseroberfläche. „Der Zürichsee ist das Trinkwasserreservoir für eine Million Menschen. Entsprechend wichtig war es, die Wasserqualität in den Vordergrund zu stellen“, so Stephan Haupenthal, Geschäftsführer der REMEX Conmin.

 

 


Schlammentwässerung am Seeufer
Pumpen beförderten den abgesaugten Schlamm ans Ufer. In einer eigens errichteten Behandlungsanlage trennten die Spezialisten von REMEX und Buchen hier Flüssig- und Feststoffe. Dazu wurde das Gemisch aus Wasser, Teer und Sedimenten gesiebt, homogenisiert und in Membran­kammerfilterpressen entwässert. 1.400 Kubikmeter verunreinigte Sedimente und mehr als 25.000 Kubikmeter Wasser wurden direkt vor Ort gereinigt. Die verbleibenden rund 1.300 Kubikmeter Feststoffe gingen zu spezialisierten Behandlungsanlagen im REMONDIS-Verbund.

Über die Sanierungsaufgaben hinaus wickelte REMEX im Zuge des Projektes sämtliche Genehmigungsverfahren ab. Eine besondere Herausforderung war die Logistik. Da am Seeufer nur Lagerkapazitäten für eine Tagesleistung vorhanden waren, mussten die Chargen möglichst umgehend weitertransportiert werden. Dazu nutzte REMEX vorwiegend die Bahn sowie die Rhenus-Umschlagstation im Hafen von Basel.

 

 


Lösung mit Vorbildcharakter
Die im Herbst 2008 begonnenen Sanierungsarbeiten endeten rechtzeitig vor der Badesaison im Frühjahr 2009. Der auch unter Zeitaspekten planmäßige Verlauf war nicht selbstverständlich. Schließlich musste das Sanierungsteam seine anspruchsvollen Aufgaben in den Wintermonaten bei eisigen Temperaturen von minus 10 Grad und mehr meistern.

Stephan Haupenthal: „Die Besonderheit dieses Auftrags liegt in der außergewöhnlichen Kombination bewährter Verfahren und Methoden. So wurde die Sanierung zu einem Leuchtturmprojekt, das über den Kanton Zürich hinaus für Aufmerksamkeit sorgt.“ Noch während der Arbeiten am Zürichsee erhielt die REMEX den Zuschlag für ein zweites, ähnlich gelagertes Vorhaben – diesmal im Kanton Wallis.


 

 

Regelmäßige Kontrollen des AWEL bestätigten, dass die Seewasserqualität während der Sanierungsarbeiten zu keiner Zeit beeinträchtigt war.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Der Kanton Zürich hat sich der nachhaltigen Entwicklung verschrieben. Vor diesem Hintergrund werden die alten Lasten zu neuen Chancen.“

Markus Kägi, Regierungsrat und Baudirektor des Kantons Zürich       




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