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Kreislaufwirtschaft

Biostrom aus der Kläranlage

Die REMONDIS-Tochter Wasserverband Lausitz Betriebsführungs GmbH (WAL-Betrieb) versorgt sich am Standort Brieske selbst mit Energie

Regenerative Energie


Früher war eine Kläranlage einfach nur zur Wasseraufbereitung da. Doch in Zeiten knapper werdender Ressourcen und hoher Energiekosten macht Not erfinderisch. Die WAL-Betrieb hat am Standort Brieske eine CO-Vergärungsanlage in Betrieb genommen, die Strom und Wärme über den Eigenbedarf des Standorts hinaus produzieren kann. Für eine Investitionssumme von rund einer Million Euro ging in Brieske die modernste Anlage für die CO2-neutrale Verstromung von flüssigen Bioabfällen in der Region in Betrieb.


Der Treibstoff für die Anlage kommt per Tanklastzug rund zwölfmal die Woche. Die organische Fracht besteht aus flüssigen Küchenresten, Bioabfällen aus der Lebensmittelproduktion, Rückständen aus der Schlachtung von Tieren oder Reststoffen aus der Rapsölherstellung. Marten Eger, Geschäftsführer bei WAL-Betrieb, sieht die Auslastung der Anlage zurzeit bei 40 %. „Ziel ist es, mittelfristig durch die zusätzliche Verstromung der Bioabfälle den jährlichen Energiebedarf der Kläranlage vollständig zu decken und darüber hinaus noch Energie ins Netz einzuspeisen.“ Zu diesem Zweck ist am Standort Brieske ein hochmodernes Blockheizkraftwerk mit einer thermischen Leistung von 1,3 Megawatt gebaut worden. Die elektrische Leistung beträgt 465 Kilowatt. Zur Anlage gehören eine überdachte Annahmestelle für die Biomasse sowie drei Pasteurisierungsbehälter mit jeweils zehn Kubikmetern Fassungsvermögen.

Die flüssige Biomasse wird zwecks Sterilisierung zunächst in den drei Behältern eine Stunde lang auf 70 Grad erhitzt. Danach wird das Material mit dem vorhandenen Klärschlamm aus der Anlage vermengt und in einen 3.000 Kubikmeter fassenden Faulturm geleitet. Bei einer konstanten Temperatur von 37 Grad verbleibt die Masse etwa 30 Tage im Turm, wo sich als Produkt des Gärprozesses schließlich das Biogas bildet, mit dem im Blockheizkraftwerk Strom und Wärme erzeugt werden. „Es erfordert einige Erfahrung, um die optimale Mischung an Bioabfällen für eine maximale Energieausbeute zu ermitteln“, erklärt Marten Eger. „Bei der Projektierung hat uns die Hochschule Lausitz tatkräftig unterstützt.“ So wurde im Rahmen einer studentischen Masterarbeit auch geklärt, inwieweit sich der Klärschlamm aus anderen Anlagen des Wasserverbandes Lausitz in Brieske wirtschaftlich verstromen lässt. Das Fazit: Je höher der Preis für konventionelle Energie, desto mehr macht sich die Biogasverstromung in Brieske bezahlt. Eine echte Investition in die Zukunft.

 

 

 

 

 

 

„Ziel ist es, mittelfristig durch die zusätzliche Verstromung der Bioabfälle den jährlichen Energiebedarf der Kläranlage vollständig zu decken und darüber hinaus noch Energie ins Netz einzuspeisen.“

Marten Eger, Geschäftsführer WAL-Betrieb




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